Google führt Testament-Funktion ein

Was passiert nach dem Tod mit den eigenen Daten im Internet? Auf diese Frage hat Google nun eine Antwort: Der Suchmaschinengigant hat für seine Online-Dienste am Donnerstag eine Testament-Funktion vorgestellt. Damit kann der Nutzer zum einen die Löschung seiner Daten nach seinem Ableben veranlassen oder auch einen Nachlassverwalter für das digitale Erbe bestimmen.

Nach dem Tod leben immer mehr Menschen über ihre digitalen Spuren im Internet weiter. Für Hinterbliebene ist es schwierig, oft sogar unmöglich, die Passwörter für E-Mail-Accounts oder Online-Profile zu erhalten, um den digitalen Nachlass zu regeln.

Google bietet nun für seine Online-Dienste eine Testament-Funktion an, die sich offiziell Kontoinaktivität-Manager nennt. Mit dieser Funktion könnten sich Nutzer auf ihr „digitales Leben nach dem Tod“ vorbereiten und zugleich ihre Privatsphäre schützen, teilte Google in einem Firmenblog mit.

Testament gilt für mehrere Dienste

Der Service wird den Angaben zufolge für Googles E-Mail-Dienst Gmail, die Online-Videoplattform YouTube, den Foto-Dienst Picasa, das soziale Netzwerk Google+, den Blog-Dienst Blogger, den Web-Telefondienst Google Voice sowie den Online-Datenspeicher Drive eingeführt.

Das Ganze funktioniert wie folgt: Zunächst legt der Nutzer eine Frist fest, nach deren Ablauf sein Konto als inaktiv eingestuft wird. Die Frist beginnt automatisch mit der letzten Anmeldung im Google-Konto und kann auf drei, sechs, neun oder zwölf Monate festgesetzt werden. Kurz bevor diese Frist abgelaufen ist, wird der Nutzer per E-Mail und SMS benachrichtigt. Reagiert er nicht, indem er sich wieder einloggt, wird sein Konto in den Status „inaktiv“ versetzt.

Nutzer regelt Maßnahmen

Der Nutzer legt weiterhin fest, was in diesem Moment geschieht. Zum einen kann er einstellen, dass alle seine Daten und E-Mails gelöscht werden. Seine digitale Existenz auf Google würde damit beendet. Das Konto bleibt als inaktives Konto zwar weiterhin bestehen, aber es wäre dann eben „leer“.